Am heutigen Sonnabend, dem 06. Februar 2010, versammelten sich 200 überwiegend junge Menschen in Marl/Westf. unter dem Motto ,,Todesstrafe für Kinderschänder – 0% Rückfallquote“. Trotz der kurzfristigen Anmeldung und lediglich zwei Mobilisierungstagen, die geprägt waren von Flugblattverteilaktionen, schlossen sich rund 30 Bürgerinnen und Bürger der Demonstration an, darunter mehrere Familien mit Kindern.
Gegenkundgebung
Gegen 12 Uhr Ortszeit hatten sich rund 170 Bürger am Startpunkt in Marl Mitte zusammengefunden. Während der Demonstration sollte diese Anzahl auf genau 192 Personen ansteigen. Auch eine antifaschistische Gegenkundgebung war kurzfristig durch die MLPD-Marl angemeldet worden, und es versammelten sich ganze 8 Kommunisten am Eingang des örtlichen Kaufland-Gebäudes. Die Polizei spricht hier von ,,50 Personen“, dies war zumindest bis zum Abmarsch nicht der Fall. Da die MLPD immer wieder durch ein ,,offenes Mirkofon“ glänzt, gesellten sich schnell sechs nationale Aktivisten in die Kundgebung um das Wort zu ergreifen. Nachdem der mutige Kamerad zum Gedenkmarsch für Dresden aufrief, mit der Lautsprecheranlage der Kommunisten, fiel jedoch schnell der Strom aus, und gepanzerte Polizeieinheiten umstellten die Nationalisten, welche anschließend eine Personalienkontrolle wegen angeblicher ,,Veranstaltungssprengung“ über sich ergehen lassen mussten. Wir werden diesen lustigen Vorwurf im Auge behalten und die Gerichtsentscheidung abwarten. Offenes Mikrofon, bedeutet für uns nun mal offenes Mikrofon.

Ablauf der Demonstration
Nachdem die Kameraden zurück zu unserer Kundgebung konnten, wurde die Veranstaltung offiziell eröffnet mit dem Verlesen der Auflagen. Für uns Normalität, zauberten die polizeilichen Auflagen lautes Gelächter und wirre Blicke bei den anwesenden Bürgern hervor, die sich fragten in welcher Komödie sie denn nun geraten seien. Braunhemd, SA, SS, NSDAP – In welcher Zeit leben die Polizisten? Ein Lachen konnten auch wir uns nicht verkneifen.
Nun trat der erste Redner, der Versammlungsleiter, ans Mikrofon. Bereits die erste Aussage sorgte für großen Unmut und Bestürzung: Hans-Peter Heinrich, der Sexualstraftäter um den es bei der heutigen Demonstration ging, war nicht aus Marl verzogen oder in eine Therapieanstalt verlegt worden. Diese Nachricht war eine Lüge von Polizei, Justiz und Medien, um einen nationalen Protest, wie auch einen Bürgerprotest, zu unterbinden. Hans-Peter Heinrich wohnt weiterhin in Marl, eine Klinik für psychisch-kranke Menschen in Hemen hatte die Unterbringung verweigert, da die Person zu unberechenbar sei. Er müsse in eine geschlossene forensische Klinik, diese jedoch sei nicht zuständig ohne gültigen Gerichtsbeschluss. Solange läuft Herr Heinrich weiter durch Marl.
Dem Versammlungsleiter folgte eine Kameradin aus Essen, welche nur zu gut das Leid einer Mutter in Worte fassen konnte. Nach der ergreifenden Rede nahm man Aufstellung um loszulaufen.
Mit sechs Transparenten, 17 Fahnen, 10 Trageschildern und lauter Stimme machte man sich auf den langen Weg Richtung Lipper Weg in nordöstlicher Richtung. Zuerst hielt man allerdings die erste Zwischenkundgebung auf der Rappaportstraße/Ecke Lasallestraße ab. Als erster Redner trat ein Aktivist aus dem Kreis Recklinghausen nach vorne, der es sich nicht nehmen lies die Zeitungsartikel des Tages zu zitieren, welche die Nachricht einer angeblichen Einweisung von Hans-Peter Heinrich in eine Anstalt für unwahr hinstellten. Er erwähnte ebenso, dass die Polizei tags zuvor anrief, um eine Abmeldung der Demonstration zu erwirken, da die Gefahr ja vorüber sei. Aufgrund dieser Tatsache rief man nun den verantwortlichen Staatsschützer ans Mikrofon, der angerufen hatte, damit dieser Stellung dazu beziehen konnte warum er einen Kinderschänder schützt, und Bürgerproteste untersagen möchte. Er blieb den Teilnehmern seine Antwort schuldig. Anschließend verlas der Kamerad eine veraltete Nachricht aus Leipzig, die im August 2008 zum Fall der jungen Michelle verfasst wurde, als diese entführt, vergewaltigt und ermordet wurde.
Als letzter Redner der Zwischenkundgebung trat der nationale Aktivist Axel Reitz vor die Teilnehmer. Gewohnt stürmisch ging er gegen die Zustände vor, die zu der Situation in Marl führten. Während er noch sprach kamen rund 20 Antifaschisten aus der Lasallestraße über eine Brücke gerannt. Sie hielten ein unleserliches Transparent in den Händen und schossen mit einer Leuchtkugel in den Himmel, ohne allerdings Parolen zu schreien. Es waren ca. 250 Meter bis zur nationalen Kundgebung, jedoch waren nur wenige Polizisten zugegen, sodass man sich auf einen Zusammenstoß gefasst machte. Jedoch noch bevor die Brücke vollständig überquert war, und erste Nationalisten den Angriff dem Abwarten vorzogen, sprangen die verängstigten Genossen schnellstmöglich in ein seitliches Gebüsch, welches nicht ebenerdig gelegen haben dürfte, da die Brücke nicht überschritten worden war. Mehrere Minuten konnte man ansehen wie die Polizeieinheiten schwarz-vermummten Chaoten aus den Gebüschen zog und inhaftierte. Insgesamt wurden an dieser Stelle 20 Antifaschisten inhaftiert. Nachdem ein regionaler Aktivist den Bürgern, die teilweise verschreckt wegliefen, erklärte um wen es sich dabei gehandelt hat, neben der Antifa auch um Kandidaten der Linkspartei zur letzten Wahl, die hier gemeinschaftlich für Kindesmissbrauch demonstrierten, konnte Axel Reitz seine Rede beenden. Es ging weiter Richtung Wohnheim.

Nach weiteren ca. 20 Minuten erreichten wir nun den Lipper Weg und nahmen in Front der Grundschule Aufstellung. Gegenüberliegend konnte man das Wohnheim betrachten. Lediglich die Straße trennte beide Objekte. Erneut schritten zwei Redner, dieses Mal beide aus Marl, ans Mikrofon, um die Situation aus Sicht eines Ansässigen zu beschreiben. Gut konnte man erkennen wie oft die Presse sich widersprach, der Bürgermeister sich mit Unwahrheiten einmischte und die Justiz zu retten versuchte, was es nur gab – alle hatten ein Ziel: Den Schutz von Hans-Peter Heinrich, nicht den unseren. Noch während der letzte Redner sprach rief eine aufgelöste Frau aufs Info-Telefon an. Sie hatte den Demonstrationszug gesehen, ein Flugblatt samt Nummer erhalten und musste eines loswerden: Hans-Peter H., wie sie sagte ,,Heinrich“ mit Nachnamen“, war nach der Haft nach Marl zurückgekommen weil hier seine ehemalige Lebensgefährtin früher wohnte, die er damals versuchte mit einer Machete zu köpfen. Da dies nicht gelang und Heinrich inhaftiert wurde, wollte er sich nun rächen, dies sagte er zu der Nachbarin. Die ehemalige Lebensgefährtin war allerdings durch ein Schutzprogramm der Polizei schon lange verzogen. Hans-Peter H. ist also ungefährlich….
Nun ging es zurück, den gleichen Weg den man gekommen war, bis zum Bahnhof Marl-Mitte. Hier endete mit einer Abschlusskundgebung, auf der ein freier Nationalist aus Dortmund, sowie der nationale Aktivist Sven Skoda, sprachen die Veranstaltung. Währendessen suchte ein aufgelöstes und weinendes Mädchen den Kontakt zu den Veranstaltern. Sie gab an den Täter zu kennen, und bekam nicht viele Worte zusammen aufgrund seiner Taten. Ob sie selbst betroffen gewesen wissen wir nicht, der Zustand war nicht dementsprechend um solche Fragen zu stellen….
Fazit
Am Mittwochabend wurde die Versammlung durch eine Privatperson angemeldet. Ab Donnerstagabend begann die öffentliche Mobilisierung. In weniger als zwei Tagen war es möglich fast 200 Bürger zu mobilisieren, was wir unter den Umständen für absolut fantastisch halten und uns noch einmal bei allen Anwesenden bedanken. Die NPD-NRW war von uns aus als Unterstützer angegeben, da diese für uns eine Mahnwache am Freitag ausfallen lies, um am Sonnabend eine gemeinsame Demonstration durchzuführen. Wir müssen nun konsequent feststellen, dass dieses Bündnis nicht zweckmäßig war. Es waren keine Vertreter des NPD-Landesvorstandes, der diese Abmachung mit uns traf, anwesend. Es waren auch keine NPD-Kreisverbände in auch nur erwähnenswerter Anzahl vor Ort. Uns ist nicht einmal die Anwesenheit eines NPD-Mitgliedes bekannt. Wir müssen leider hieraus unsere Schlüsse ziehen, und hoffen dass das Thema Kindesmissbrauch bei der NPD kein Wahlkampfthema wird, denn hier dient es, so ist es anzunehmen, wirklich nur als Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit, wirklicher Einsatz und Aufarbeitung sieht anders aus.
Freie Nationalisten aus dem mittleren Ruhrgebiet, am 06.02.2010
Alle Fotos hier.
Pressespiegel:
Polizeibericht 06.02.10
DerWesten 06.02.10
Marler Zeitung 06.02.10
Live-Ticker
Fotos und Videos folgen…